Am Silvesternachmittag im Metronom nach Hamburg stellt eine der Feierwütigen fest:
„Hamburg ist ja eine Großstadt.“
Am Silvesternachmittag im Metronom nach Hamburg stellt eine der Feierwütigen fest:
„Hamburg ist ja eine Großstadt.“
Und schon der nächste, unvollendete Text, diesmal der Festivalbericht für das Hurricane 2010, der über den ersten Arbeitstag nicht hinauskommt. Zeitgeschichtlich finden ein, zwei Ereignisse aus dem Jahr drin Erwähnung, die ich schon wieder vergessen habe und natürlich die Fußball-WM 2010 (nicht vergessen). Ansonsten bleibt in Erinnerung: Es war staubig. Und kalt. Hier der Text:
Ich weiß nicht genau, ob es an Hildesheim selbst liegt, dieser grauen, unscheinbaren Stadt in der südniedersächsischen Pampa, oder doch am dem ungesunden Konglomerat der hier gestrandeten Menschen, vielleicht fällt es mir auch nur besonders auf, weil meine Besuche in Hamburg (und anderen Städten) nur noch kurze Ausschnitte aus einem gemeinschaftlichen Stadtbild zeigen und die Makel so zwangsläufig kaschiert und unsichtbar werden, oder es hat gänzlich andere Gründe, jedenfalls fällt mir immer wieder von Neuem diese schier unerträgliche Unfreundlichkeit der Menschen, die hier leben, auf, wobei dieser Zustand mit Unfreundlichkeit noch sehr höflich umschrieben ist. Sie scheinen voller Neid und Missgunst, voller Missgunst und Neid, unzufriedene, hasserfüllte Seelen, die sie sind. Habe ich mich doch erst kürzlich fürs Pöbeln ausgesprochen, muss ich meine Meinung zumindest etwas revidieren. Pöbeln kann Spaß machen, wunderbar klebriglecker sein wie Zuckerwatte oder karamellisierte Äpfel, aber es gilt, wie für so vieles im Leben: sofern man es denn richtig macht. Das es auch mal unter die Gürtellinie gehen kann – geschenkt. Wer so schön pöbelt wie etwa die Gallagher-Brüder oder sich wie Thomas Bernhard in endlosen Litaneien der Abscheu ergeht, darf/kann/(vielleicht sogar) muss auch mal übers Ziel hinausschießen. Pöbeln kann wie ein schönes Gedicht oder Gemälde sein. Problematisch wird es nur, wenn der Pöbel pöbelt. Wobei das nicht ganz stimmt, denn es ist ja sind nicht nur das Prekariat, sondern auch und vor allem immer und immer wieder der Herr im Businessanzug oder die genervte Sekretärin, die ihre Mittagspause im Supermarkt verplempert, um Kaffeemilch zu kaufen und geht das denn jetzt nicht alles mal schneller und lassen Sie mich gefälligst vor, ich habe nur noch eine halbe Stunde. Wenn man nicht gerade auf dem Fahrrad sitzt und somit schon über alle Berge ist und nur noch Wortfetzen hört, die einem – der StVO unkundigen – Halbaffen hinterhermotzen, weil diese noch nie einen Fahrradweg oder eine Straße gesehen, geschweige ihre Bedeutungen begriffen und/oder ihre Kindheit ohne Rolf Zuckowski verbracht haben, denn er singt ja nicht umsonst:
Aus dem Haus, gradeaus,
an der Fahrbahn bleib ich stehn.
Ich seh nach links und rechts und links,
wenn alles frei ist, kann ich gehn.
Muss man sich natürlich nicht dran halten, darf sich dann aber auch nicht wundern, dass es zur rettenden Vollbremsung nicht mehr reicht. Anders sieht es z.B. an Ampeln oder in Kaufhäusern aus, denn auch diese bergen großes Potenzial, um bei überkorrekten Verfechtern der öffentlichen Ordnung die allseits beliebte Platzwartmentalität hervorzurufen, die es der gemeinen Küchenschabe gleich geschafft hat, sich aus den dunklen Dreißiger Jahren bis in das 21. Jahrhundert zu rotten und dabei gefühlt auch noch ins Unendliche zu potenzieren. Man muss kein alter Mensch dafür sein, aber man kann. Und Regelverstöße lauern an jeder Ecke. Einen Apfel essen im Bus – obwohl Essen im Bus verboten ist? Stört keinen, aber immerhin geht es ums Prinzip. In solchen Fällen kann nur geraten werden, zurückzupöbeln und/oder den advokatischen Ereiferer gepflegt auflaufen zu lassen. Auch muss schließlich gelten: Wir lassen uns das Pöbeln nicht nehmen! Schwieriger sieht es als Angestellter aus. Wer schon einmal die beiden Sätze „Der Kunde ist König!“ und „Wir bleiben immer höflich!“ in Kombination gehört hat, weiß, was ich meine. Leider neigen einige Könige zu einem hohen Rumstressfaktor gegenüber ihren Fußvolk bzw. den Bediensteten. Es wird aufs Übelste geschimpft und beleidigt, doch statt der angemessenen Gegenreaktion wird stoisch drüber hinweggehört. Natürlich mag ich das Mädchen von Kasse vier auch freundlich1, aber wenn König Otto meint, zehn Minuten vor Ladenschluss noch den Monatseinkauf für die Großfamilie machen zu müssen, dann darf sie auch gerne mal grantig werden. Aber eben auch, wenn der Kunde ausfallend wird, denn „Der Kunde ist König!“ mag zwar bis zu einem gewissen Grad stimmen, ab dort ist es jedoch nur noch marktkonformistische Kapitalismusscheiße, die von fetten Schweinen in ihrer unermesslichen Gier nach jedem hinterletzten Euro und Cent in Angestelltenköpfe reingefräst wird, bis auch der letzte ungehobelte Trottel hofiert wird, als gehöre ihm die ganze Welt (oder zumindest einer der größeren Kontinente), und der, in seiner dadurch ins Endlose anwachsenden Megalomanie bestätigt, nicht nur den Finger, sondern gleich die ganze Hand nimmt. Hier macht er jedoch noch lange nicht halt, sondern will immer mehr, mehr, mehr, bis er sich bis hin zur Unkenntlichkeit vollgefressen hat (aber wird ihn das aufhalten, weiterzumachen? Nein, natürlich nicht. Der ungehobelte Trottel frisst erbarmungslos weiter.) Und das kann niemand, der noch einigermaßen bei Verstand ist, wirklich wollen. Darum für alle: mehr Mut zum Zurückpöbeln!
1. Die völlig aufgesetzte, perverse Freundlichkeit – vor allem in Großketten –, die manchmal schon psychopathische Züge annimmt, ist ein ganz anderes Thema. Wer kann so was ernsthaft wollen?
Für mein altes Blog hatte ich schon einmal einen Text über Ungeziefer und Insekten geschrieben, die nachts in Scharen an meinen Fenstern saßen, Insekten, von deren Existenz ich nie etwas geahnt hatte. Angezogen vom Licht begafften sie mich und mein Treiben argwöhnisch und, vielleicht, auch etwas hämisch. Dass ich sie nicht reinließ, interessierte sie nicht im geringsten, vielmehr warteten sie nur darauf, dass ich mal wieder ein Fenster aufließ, um sich dann über meinem Deckenfluter zu sammeln und in ihm regelmäßig den Tod zu suchen. Der Kauf von Fliegengitter schaffte vorwiegend Abhilfe, auch wenn sich die Insekten nun einfach am Netz zusammenscharrten. Irgendeins von ihnen kam doch immer rein.
Nun sind Insekten in der Wohnung noch nichts Schlimmes, sofern sie nicht in unkontrollierbaren Massen aufkreuzen und sich penetrant weigern, wieder zu gehen. Die meisten sterben sowieso bald und manche kleine, übermütige Fliege fand schnell in der Venusfliegenfalle ihren Tod. Trotz Fliegengitter und fleischfressender Pflanze nistet sich aber auch mal Ungeziefer ein. Während Weberknecht und Schuster leicht hinauszukomplimentieren sind oder sich freiwillig in dunkle Kellerkatakomben zurückziehen, sieht es mit einigen aufdringlichen Eindringlingen ganz anders aus. Wer etwa schon mal Mehlmotten „zu Gast“ hatte, weiß, wie schwer diese wieder aus den Nahrungsmitteln herauszukriegen sind. Sie stehen knapp hinter den (Küchen-)Schaben, die sich mit ekelerregender Impertinenz in den Ritzen der Wohnung verbarrikadieren und gar nicht daran denken, freiwillig das Feld zu räumen. Zu allem Überfluss ist die Schabe so etwas wie der Ziehsohn der Evolution und mit einer derartigen Widerstandsfähigkeit gesegnet, dass sie schier an Unsterblichkeit grenzt. Wer das Pech hat, sie zur Untermietern zu haben, hat eigentlich nur eine Wahl: umziehen. Selbst das Haus abfackeln hilft bei diesen widerspenstigen Biestern nicht.
Aber zurück zu den Mehlmotten. Ob Reis, Haferflocken oder eben Mehl, in parasitärer Dreistigkeit leben sie in allem, was im Schrank steht und selbst verschlossenes Essen ist vor ihnen nicht sicher; durch Pappe fressen sie sich durch und auch Schraubverschlüsse stellen lediglich ein kurzweiliges Hindernis dar. Befallenes Essen kann man nur noch wegschmeißen. Zwar lebt eine Motte nicht lang, dafür hinterlässt sie neben kleinen, spinnwebenartigen Fäden auch noch ein Batzen Eier, aus denen weiße Maden schlüpfen, die voller Schmierigkeit an Wänden und Schränken entlang schleimen, nur darauf wartend, sich endlich verpuppen zu können, um wiederum selbst einen Batzen Eier zu hinterlassen. Die Mehlmotte ist ein niederträchtiges und gewissenloses Wesen, dem entschlossen entgegengetreten werden muss, da es sonst gnadenlos sein Terrorregime errichtet.
Irgendwo zwischen ruhige Mitbewohner und Ungeziefer bewegen sich hingegen Silberfischchen, die, rennt mal eins durchs Badezimmer, ignoriert werden können, spätestens, wenn man nach einer durchzechten Nacht in seinem Bett von einem zwei Meter großen Silberfisch wach geküsst wird, läuft so manches schief und werden die kleinen Chitinpanzermonster zu einem Problem. Ein weiterer Quälgeist ist in den letzten Jahren der Marienkäfer geworden. Zu Millionen fliegen die Punktierten durchs Land und betreiben einen riesigen Aufwand, um einen zu belästigen. Bevorzugt abends und vor dem Schlafengehen, wenn ich ein Buch lese, kriecht aus irgendeiner Ecke meines Zimmers einer dieser hinterhältigen Käfer und fliegt einen Kamikazeangriff gegen nichts und niemanden. Wenn er mit seinen Deckflügeln gegen Wand und Decke fliegt, verursacht er solch einen Heidenlärm, den er penetrant aufrecht zu erhalten weiß (um einiges lauter ist dabei der Bockkäfer, der jedoch den Anstand hat, sich nur selten und unabsichtlich in ein Zimmer zu verirren). Noch im Winter findet ich beim Putzen genug Käferleichen, die locker die Zweistelligkeit erreichen. Was das Ganze so perfide macht: Wir können diesem kleinen Wicht nicht richtig böse sein, ist er doch so putzig und überdies sind mit ihm unzählige Kindheitserinnerungen verbunden, ja, ist er doch sogar so etwas wie eine Metapher ebendieser Kindheit! Verdammte Sentimentalität.
Hier kommt der erste einer Reihe von Texten, die es nicht über den „unfertig“-Ordner hinausgeschafft haben – bis jetzt natürlich. Letztes Jahr im November geschrieben, ist er, obwohl vor knapp eineinhalb Monaten das neue Wintersemester begonnen hat, erschreckend unaktuell. Ich sitze lediglich in einem Seminar, über meine Scheinsituation habe ich einen groben Überblick und bis zwölf schlafe ich höchstens dann noch, wenn ich am Abend lange weg war. Aber auch das ist selten, das Vordiplom, das ich bisher immer „im nächsten Semester“ machen wollte, steht an, die erste Prüfung ist sogar schon terminiert. Wenigstens Hildesheim bleibt trostlos als wie zuvor, meine Besuche in Hamburg hingegen sind an zwei Fingern abzuzählen. Jedoch, bevor ich abschweife, erstmal der Text:
Meine Fußballbegeisterung setzte verhältnismäßig spät ein. Noch mit zehn Jahren verfolgte ich die EM 96 sehr sporadisch – irgendwo ganz weit hinten im Gehirnzellengerümpel meine ich, eine Erinnerung an die beiden Tore von Oliver Bierhoff vergilben zu sehen. Sicher bin ich mir nicht. Dem einzigen Moment, dessen ich mir vollkommen sicher bin, ist das Elfmeterschießen im Halbfinale zwischen England und Deutschland. Sie setzt in der Sekunde ein, in der Gareth Southgate Anlauf nimmt, schießt und nicht an Köpke vorbeikommt. Als Andy Möller sich bereit macht, zu schießen, weiß ich noch nicht, dass das der entscheidende Treffer sein wird. Ihm gegenüber steht David Seaman in einem Trikot, das aussieht, wie ein überfahrender Schwarm Papageien, viel mehr noch, wenn man sich die asphaltfarbenen Trikots seiner Mitspieler anschaut. Möller trifft, rennt, jubelt und stolziert wie Napoleon Bonaparte über den Rasen des Wembley Stadions. Football’s coming home, assholes.
Dann war da das Panini-Album für die Bundesligasaison 1996/97. In der Mitte die EM-Helden, die ich damals auswendig konnte – und es vielleicht auch immer noch könnte. Dass Oliver Reck als dritter Torwart dabei war, hat sich z.B. bis heute fest in mein Gedächtnis eingebrannt. Wenn es darum geht, welche Vereine in die 1. Liga „gehören“, orientiert sich mein Bauchgefühl an den 18 Mannschaften aus dem Panini-Album. Clubs wie der 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC Berlin oder Hannover 96 sind per definitionem in den unteren Ligen anzuordnen, während Fortuna Düsseldorf, 1860 München oder der Karlsruher SC einfach Teil der ersten sind, auch wenn sie mittlerweile in der Bedeutungslosigkeit herumdümpeln. Mit „Traditionsklubs“ wie Eintracht Braunschweig kann man mir gleich wegbleiben. Auch wenn mir nichts egaler sein könnte als die Arminia aus Bielefeld, in den Drittligafußball gehört sie so wenig wie Äpfel und Bananen zusammen in die Obstschüssel. Und so sympathisch ich den FSV Mainz 05 finde, ich bezweifle, dass ich mich in zwanzig Jahren an dessen Erstklassigkeit gewöhnt haben könnte.
Dafür, dass aus meinem temporären Interesse eine anhaltende Leidenschaft wurde, sind u.a. zwei Spiele, die ich in den folgenden zwei Jahren gesehen habe, von immenser Bedeutung. Hier darauf weiter einzugehen, führe zu weit, schließlich geht es um meinen ersten Stadionbesuch. Dieser war, trotz meiner damals schon großen Affinität zu Borussia Dortmund, ohne Beteilung des BVB und auch verhältnismäßig spät. Ich war vierzehn und das Spiel die Spitzenpartie der 2. Bundesliga: FC St. Pauli – 1. FC Nürnberg. Streng gesehen war ich schon zuvor bei einem Fußballspiel gewesen, die Erinnerung daran aber ist wiederholt fast verblichen. Alles, was ich an Erinnerungsscherben zusammenkriege, ist, dass es sich um ein Amateurspiel in der Hamburger Innenstadt handelte, dessen letzten zwei, drei Minuten wir noch mitbekamen. Der Fußballplatz war von schlichten Häusern umgeben, die dicht gedrängt standen, so dass wir durch eine Gasse von den Parkplätzen bis zum Spielfeld gehen mussten. Nach dem Abpfiff unterhielt mein Vater sich mit einem der Spieler (weißes Trikot). Ich habe keine Ahnung, wie alt ich war, wer spielte, ob mein Vater den Spieler kannte, oder ob selbst meine wenigen Erinnerungen mich trügen und eigentlich alles ganz, ganz anders war.
Mehr Erinnerungen habe ich an das Spiel des FC St. Pauli. Es war die Hinrunde der Saison 2000/01 und Dezember, ein paar Tage nach dem Geburtstag des geschätzten Blogger-Kollegen und Kiezkickerjüngers Staddi. St. Pauli war seit der Panini-Saison aus der 1. Liga abgestiegen und längst wurde es Zeit, ins Oberhaus zurückzukehren. Eine wunderbare Gelegenheit, um nachzufeiern. Zusammen mit einem weiteren Freund und ausgestattet mit Staddis Fanartikel machten wir uns auf zum Millerntor. Natürlich standen wir in der Gegengerade. Die Hände in Handschuhen, vor unseren Mündern Kondenswolken und sehr bald nistete sich das Winterwetter wie eine weitere Schicht Kleidung unter Jacke und Sweatshirt ein. Aber wen juckt die Kälte, wenn er die Wärme mehrerer tausend springender und singender Pauli-Fans um sich hat? Spätestens die Bierduschen beim 1:0 wärmten den Körper schön durch.
Bei dem Ergebnis blieb es dann, auch wenn ich in den Schlussminuten, in denen wir oben nahe des Ausgangs standen, noch ein Phantom-2:0 hören oder sehen wollte. Keine Ahnung, wie ich darauf kam, vielleicht war es der euphorischen Stimmung gen Ende geschuldet – vielleicht aber auch nur meiner zu Hause gelassenen Brille. Der einzige Spieler, an den ich mich erinnere, ist Andy Köpke im Tor von Nürnberg, EM-Held von 1996. Auf Paulis Seite kann ich nur spekulieren. Klasnic? Meggle? Scherz? Oder war das vor bzw. nach deren Zeit? Wurde noch mit Libero gespielt oder schon mit Viererkette? Und wer war Trainer? Natürlich könnte ich nachschauen. Aber…
Am Ende der Saison war es dann endlich soweit: Der FC St. Pauli stieg wieder in die Bundesliga auf, ebenso Nürnberg. Soweit war es nach dem Spiel noch nicht. Erstmal ging es im Taxi zurück nach Hause.
Zwar ist der Artikel (nicht nur in Internetzeit) aus dem Guardian schon etwas älter, aber das macht nichts, da er doch ganz kurzweilig ist und „heilige Kühe schlachten“ prinzipiell Spaß macht. Unter dem Titel „Sgt Pepper must die!“ lassen sich vierzehn Musiker über ihrer Meinung nach überschätzte Alben der Popgeschichte aus. Dabei sind u. a. Pink Floyds „Dark Side Of The Moon“ („I’m amazed that it’s up there in the pantheon, because I can’t see any virtue in it whatsoever.“), „Nevermind“ von Nirvana („Even the album cover seems cheap: that stupid dollar bill just seems to have been airbrushed in there. If Alice in Chains had done it, we’d have thought it was a joke, but because it was Nirvana we thought it was oh-so-clever.“) sowie das The Strokes-Debüt („If ever there was a point where Gucci and rebellion were married together, it was right there.“). Zu lesen hier: The Guardian – Sgt Pepper must die!
Gefunden übrigens beim Popblog „Monarchie & Alltag“ der TAZ, bei der die Rubrik „Schmähkritik“, in der wundervoll in alle Richtungen ausgeteilt wird, ebenfalls sehr empfehlenswert ist. Nicht fehlen dürfen dabei natürlich die Gallagher-Brüder, die das Pöbeln zu einer neuen Kunstform erhoben haben. Es sind einige Bonbons vorhanden.
Als kleiner Vorgeschmack:
Andreas Bock und Dirk Gieselmann (11Freunde) über Tim Wiese:
Zwischendurch schien die Sonne so stark, dass die Bronzepaste auf den Wangen schmolz und dann, als die Sonne wieder verschwand, abblätterte und sich wie Konfetti im Fünfmeterraum verteilte. Unschön. Wäre Tim Wiese ein Tier, er wäre der Kater am Neujahrsmorgen.
Wolfgang Frömberg (Intro) über 1000 Robota:
Dass 1000 Robota sich um Mitternacht beschweren, ihr Label habe einem Ahnungslosen den Flug nach London bezahlt, und Anton Spielmann den Pete Doherty Junior gibt, weshalb ich mich nach fünf Stunden Warterei und drei Minuten Gespräch wieder genervt übers Paulaner beuge, könnte zwei Dinge bedeuten: a) dass Anton schon gut begriffen hat, warum im Popzirkus die Rolle des narzisstischen Rotzlöffels für einen 17-Jährigen prädestiniert scheint, um Blicke auf sich zu lenken, oder b) dass er in seiner Egozentrik, die sowohl zur späten Pubertät wie zum Spätkapitalismus passt, eben noch nicht viel rafft. Aber gemach: Kinder schlägt man nicht. Man zeigt und erklärt ihnen die Welt. Erst ab 18 gibt es was aufs Maul.
Noel Gallagher über die Kaiser Chiefs:
The Monkees haven’t split up they’re just going under the name as the Kaiser Chiefs. I done drugs for 18 years, 365 days in a row for 18 years, I never got that bad that I would go ‘You know what, I think the Kaiser Chiefs are brilliant!’. Kaiser idiots. Anybody whose drummer writes the songs are not to be trusted.
Wer hätte gedacht, dass hier noch einmal etwas passiert, ist der letzte Eintrag dank Faulheit, fehlender Zeit und Faulheit doch schon wieder über ein halbes Jahr her. Doch statt klinisch tot zu sein, kapitulierte das Blog nur in einem etwas längeren Sommerschlaf vor sich hin, um nun zum x-ten Mal seine Renaissance zu erleben und ähnlich Dornröschen schöner als je zuvor zu erwachen. Hier und da ein bisschen verändert und vor allem in einem neuen Design, geht es endlich wieder mit ein paar liebreizenden Einträgen weiter, und das, so die nimmermüde und naive Hoffnung, in regelmäßigeren Abständen als bis jetzt. Vorbei sind die Zeiten des dekadenten Müßigganges und die Faulenzerei, zumindest für eine Weile. Alles in allem soll das Blog jeden Tag ein bisschen besser gemacht werden.
Dafür wird besonders tief in die Mottenkiste gegriffen, wo sich neben alten Floskeln auch noch ein paar alte, niemals fertig gestellte Texte befinden, die es demnächst so zu lesen gibt, wie sie sich seit Ewigkeiten im Ordner befinden: unvervollständigt. Neu ist auch die Rubrik „Mein erstes Mal …“, die schon jetzt zu einem lieb gewonnener Klassiker dieses Blogs geworden ist, ohne überhaupt erschienen worden zu sein. Und vieles, vieles mehr. Mehr Endorphine, mehr Euphorie und mehr Gänsehaut. Große Aussichten also. Und: Alles wird gut.
Mit „Anywhere I Lay My Head“ hat Scarlett Johansson 2008 ihr erstes Album aufgenommen. Bis auf eine Ausnahme handelt es sich bei den Songs um Coverversionen des Meisters des kratzigen Blues, Tom Waits
Ganz nebenbei bringt Dean Koontz mit „Blindwütig“ einen weiteren Roman heraus und erhöht die Anzahl seiner seit 2000 erschienenden Bücher auf fast 20. Sein Gesamtwerk dürfte sich mit großen Schritten dem hundertsten Buch nähern. Und wieder beweist er: Eine Type wie ihn muss man lange suchen