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Alltagsphilosophische Fragen

Und wer streckt eigentlich immer mein Duschgel mit Wasser?

(Un)gefiltertes

Ein paar Fakten Beobachtungen zum M’era Luna Festival:

  • Ungefähr 20% der Angereisten haben die 666 in ihrem Kfz-Kennzeichen
  • Ich wurde in meinem Job als Parkanweiser angefahren – das Klischee erfüllend von einer Frau
  • Der Anteil an Vollidioten ist minimal, vor allem im Vergleich zu anderen Festivals
  • Mädchen tragen mittlerweile auch pofrei
  • Auch hier ist man nicht davor gefeit, dass einem aus scheppernden Ghettoblasterboxen „Das geht ab“ von Frauenarzt und Manny Marc um die Ohren gehauen wird

Pakt mit dem Teufel

Andrej Longo ist in Neapel, der italienischen Mafia-Hauptstadt, geboren und aufgewachsen, fast schon unumgänglich beschäftigt sich sein Debütwerk mit der Camorra. Zehn Kurzgeschichten, die das Leben in der schönen, alten Stadt behandeln.

Andrej Longo - Zehn

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Mit seinem Debütroman „Schneller als der Tod“ mischt Josh Bazell die beiden arg strapazierten Genres Mafia- und Arztroman und fügt noch eine ordentliche Prise Wahnsinn hinzu. Sicher ist sicher.

josh barzell - schneller als der tod

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Commercial Break II

Und noch ein Hinweis auf eine weitere Tätigkeit, die ich neben meinem Blog, meinem Studium, dem allgemeinen Herumlungern (welches ich gerade versuche, zu perfektionieren) und der onlinejournalistischen Arbeit so mache. Durch die Langeleine bin ich dazu gekommen, für die Buchhandlung Decius Kurzrezensionen zu schreiben, die im Wechsel mit denen der famos großartigen Susanne Haupt erscheinen. Alles Weitere kann man hier nachlesen. Zu den Kurzkritiken, die man im Laden oder auf Langeleine findet, gibt es auch immer noch eine ausführliche Buchbesprechung, die unheimlich exklusiv hier im Blog zu lesen sein wird. Während die Kurzfassung heute erschienen ist, geht es mit der extended version morgen los. Ein guter Grund also, sich so richtig zu freuen.

Turn On The Bright Lights

Berner Kreisel bei Nacht

Feuerringe

Die Tränen über die Niederlage der deutschen Nationalmannschaft dürften sich gestern im Rahmen gehalten haben, immerhin war schon im Vorfeld klar, dass Spanien das Spiel gewinnen würde. Viele werden noch ungläubig den Kopf geschüttelt haben, angesichts der bisher überzeugenden Leistung der DFB-Elf und dem doch etwas bemühten Gekicke, das die Mannen der iberischen Halbinsel während der WM gezeigt hatten, schien es doch unmöglich, dieses Spiel zu verlieren. 4:1 gegen England, 4:0 gegen Argentinien – warum nicht auch gegen Spanien? Aber das weise Fußballorakel, der Krake Paul (Octopus vulgaris), hatte sich entschieden, hatte den glorreichen Gewinner des zweiten Halbfinales hervorgesagt: Der amtierende Europameister würde statt der Deutschen ins Finale einziehen, zum zweiten Mal hintereinander würde Deutschland bei einem großen Turnier den Spaniern unterliegen. Schon bei der EM 2008 hatte Paul an seinem Ruf als Wahrsager gebastelt – nur einmal lag er daneben, lustigerweise beim Finalspiel Spanien gegen Deutschland. Alles Hoffen half nichts, am Ende hatte Paul natürlich Recht. 1:0 stand es nach 90 Minuten + Nachspielzeit, Puyol köpfte eine Flanke ins Tor, der hoch gelobten, jungen deutschen Mannschaft bleibt nur das Spiel um Platz 3. Wie das ausgehen wird, werden wir Morgen wissen, wenn Meerestier Paul seinen exklusiven und unumstößlichen Tipp abgibt – reicht es gegen die unbequeme Überraschungsmannschaft Uruguay? Oder kann man gleich zurück nach Hause fliegen?
Währenddessen hat sich Paul hierzulande reichlich Feinde gemacht. War der unterdurchschnittliche Pöbel, allen voran die Hassprediger der BILD, nach dem Spiel gegen Argentinien noch ernsthaft schockiert, über die Geschmacklosigkeit der „Gauchos“, Paul für seine verhängnisvolle Hervorsage zu Calamari zu verarbeiten, hatten Boulevard und Mob dann doch schnell Salz und Gewürz zur Hand. BILD erklärte den Kraken zum Staatsfeind und sammelte die witzigsten Rezepte, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Spätestens nach dem Spiel kochte bei manchen die Stimmung über und der eine oder andere fand den Weg in ein Restaurant, um sich wenigstens an Pauls „Verwandtschaft“ zu rächen. Wenn man sich durch Presse und Internet liest, überrascht es, wie viele Leute es wirklich ernst meinen, die sich wirklich hochgradig von Pauls Tipp hintergangen, verraten und verkauft fühlen. Noch mal kurz vergewissern: Wahrhaftig, ein kleines Meerestierchen wird zum größten Feind der schwarz-rot-geilen Jubelmaße und zum Sündenbock für das Ausscheiden der gefeierten Mannschaft. Die Octopus-Orakelei ist nicht nur ein lustiger Zeitvertreib, sondern unabwendbares Schicksal, eines überirdischen Befehls einer Gottheit gleich! In Spanien sollen schon die ersten Kirchen gebaut werden. Großer Octopus, wir loben dich!
Dabei wird aber eins völlig vergessen. Zwar mag Paul jedes Spiel der deutschen Mannschaft richtig vorausgesagt haben, aber euer werter Blogbetreiber und Schreiberling hat die Finalpaarung schon zu WM-Beginn prophezeit und mindestens in Blut und Urin gehabt. Niederlande vs. Spanien – mein hellseherisches Talent dürfte ebenfalls außer Frage stehen. Da kann auch Paul einpacken und muss sich mit einem ehrenhaften zweiten Platz zufrieden geben. Solange meine Kirchen größer bleiben, werden wir keine Probleme bekommen.

Wahre Worte

Heute im Wartezimmer ein Patient zum anderen:

„So eine Scheiß-5-Prozent-Partei wie die FDP kannste in die Tonne treten, war klar, dass da nichts Gutes bei rumkommt.“

On the road again

Ab heute bin ich wieder mit den Klangpiraten unterwegs, erstes Festival, das ich mitentere, ist das Hurricane Festival in Scheeßel. Würde bei den wenigen Beiträgen gerade natürlich gar nicht auffallen, ob ich jetzt hier bin oder da oder dort oder irgendwo. Dafür gibt es danach endlich wieder viele Geschichten zu erzählen, über die ich dann – vielleicht, vielleicht – mal schreiben könnte. Ich genieße die fußballfreie Zeit, die meisten Spiele waren ja eine Qual. Ab Morgen werden die Spiele dann alle gut und spannend und haben im Durchschnitt mindestens 5 Tore pro Partie. Ironischerweise pegelt sich dafür der Bierspiegel endlich wieder auf Normalstand ein, und das bei einem Festival. Außerdem bin ich so gut gerüstet wie noch nie (eigener Schlafsack, eigene Isomatte und irgenwie wohl auch eigenes Zelt) und musste mir das wenigste leihen. Zeit für eine ganz neue Erfahrung.

Hurra, hurra, endlich wieder WM. Fußball auf dem höchsten Niveau, viele Tore, virtuose Kombinationen, Highlights im Sekundentakt, die Sehnerven werden von spannenden Spielen verwöhnt und mit extrasüßem Zuckerguss überzogen. Es gibt fast mehr Topfavoriten als teilnehmende Teams und einer spielt schöneren und perfekteren Fußball als die anderen. Und trotz des Ausfalls von so manchem Star, gibt es von ihnen immer noch mehr als genug. Robben und Drogba haben es sogar noch mit auf den feuchtfröhlichen Fußballkahn geschafft. Hipp, hipp, hurra! Ein wahres Fest also für jeden Fußballbegeisterten. Dass die hinterlistige Realität dann so sehr konträr zu den von Glückstränen benetzten Träumen des erwartungsvollen Fußballfans laufen würde, konnte jedoch keiner ahnen. Wie eine tödliche Waffe sollte der Ball ins – oder besser noch: durchs – Netz geschossen werden, statt wie ein zusammengerolltes Gürteltier hilflos bis zur Dehydrierung auf dem Rasen hin und her gestoßen zu werden.

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