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	<title>Apis&#039; Blog</title>
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	<description>Die endgültige Kapitulation.</description>
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		<title>Bahngespräche II (Silvester-Spezial)</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 20:13:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen haben keine Ahnung]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Silvesternachmittag im Metronom nach Hamburg stellt eine der Feierwütigen fest: &#8222;Hamburg ist ja eine Großstadt.&#8220;<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=656&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Silvesternachmittag im Metronom nach Hamburg stellt eine der Feierwütigen fest:</p>
<p>&#8222;Hamburg ist <em>ja</em> eine Großstadt.&#8220;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/656/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/656/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/656/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=656&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Hildesheimer Mottenkiste: II. Hurricane Festival 2010: Donnerstag (erster Tag)</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 15:21:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mottenkiste]]></category>
		<category><![CDATA[My reflection, dirty mirror]]></category>

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		<description><![CDATA[Und schon der nächste, unvollendete Text, diesmal der Festivalbericht für das Hurricane 2010, der über den ersten Arbeitstag nicht hinauskommt. Zeitgeschichtlich finden ein, zwei Ereignisse aus dem Jahr drin Erwähnung, die ich schon wieder vergessen habe und natürlich die Fußball-WM 2010 (nicht vergessen). Ansonsten bleibt in Erinnerung: Es war staubig. Und kalt. Hier der Text: [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=607&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Und schon der nächste, unvollendete Text, diesmal der Festivalbericht für das Hurricane 2010, der über den ersten Arbeitstag nicht hinauskommt. Zeitgeschichtlich finden ein, zwei Ereignisse aus dem Jahr drin Erwähnung, die ich schon wieder vergessen habe und natürlich die Fußball-WM 2010 (nicht vergessen). Ansonsten bleibt in Erinnerung: Es war staubig. Und kalt. Hier der Text:</p>
<p><span id="more-607"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Hurricane Festival 2010: Donnerstag (erster Tag):</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Der Sommer steht mal wieder vor der Tür und zaghaft klopft er an, fragt, ob er kurz einen Blick hineinwerfen darf, bleibt trotzdem draußen stehen, geniert sich, setzt einen Fuß vor den anderen, unschlüssig, ob er sich wirklich hereinwagen soll. Dann setzt er die linke Fußspitze ins Haus, berührt den Teppich und zieht den Fuß letztendlich zurück. Genau in diese Zeit fällt meine zweite Enterung der sommerlichen Festivalwochen mit den Klangpiraten. Wie schon letztes Jahr beginnt meine Beutesuche auf dem Hurricane, welches ich mittlerweile zum fünften Mal besuche, dreimal davon als Gast. Eine alte Erinnerung, so verschwommen wie die unserer Großväter, als sie die Fußballergebnisse noch ausschließlich über das Radio erfuhren, eine Zeit, in der selbst Vereine wie Hertha BSC Berlin und der Dresdner SC mehr Meisterschaften vorweisen konnten als der jetzige Rekordmeister aus München. In etwa so absurd kommt mir der Gedanke vor, dass ich damals mehrere Ewigkeiten wartend am Bändchenzelt stand, zwischen unzähligen Zelten mein eigenes nicht mehr wiederfand<a name="fn001t" href="#fn001f"><sup>1</sup></a> und mich in lange Schlangen einreite, um mich zu duschen oder auf eine der schmutzigen Toiletten zu gehen, eine von zu Hause mitgebrachte Rolle Klopapier (wie viele Leben bzw. Hosen hat meine weise Voraussicht wohl gerettet?) in der Vordertasche meines abgegriffenen Kapuzensweatshirts. Wie schön sind doch die Privilegien eines Crewcampingplatzes mit überschaubaren Mitcampern und recht sauberen Sanitäranlagen.<br />
Die auf der Homepage des Hurricane Festivals angegebene Zeltplatzöffnung um 20 Uhr am Donnerstag ist ein Witz, ob nun ein guter oder ein schlechter, da bin ich mir nicht sicher. Der Tag beginnt für mich jenseits von Jedem um halb sechs in der Früh, um zehn fängt meine erste Schicht an. Die Zugfahrt nach Scheeßel überstehe ich nur in charmanter Begleitung. Noch völlig schlaftrunken irre ich auf der Suche nach dem Eingang Süd an noch leeren Rasenflächen vorbei, die in wenigen Stunden mit Zelten, Müll und Menschen gepflastert sein werden. Es ist natürlich nur noch ein paar Minuten hin bis 10 Uhr, es ist hoffnungslos, ich werde niemals rechtzeitig da sein können. Da halten zwei Mädchen und nehmen mich im Auto mit. Wir entfernen uns aberwitzig weit von den Campingplätzen, aber ich mache mir keine Sorgen, denn die beiden scheinen zu wissen, was sie tun, zumindest mehr als ich. Und genau so ist es. Ich komme pünktlich an, bedanke mich bei den zweien und bin bereit für meine Schicht. Es müssen Bänke, Tische und Absperrgitter geschleppt werden, echte Männerarbeit. Ich fühle mich wie 1954. Das Ganze ist schnell erledigt und ich lege mich eine Runde im Zelt pennen, das ich mit meiner Freundin teile. Ihr Dienst startet um zwölf, mein nächster um 14 Uhr. Als ich wieder bei der Station ankomme, sitzt eine Handvoll Mädchen im Bändchenzelt – und macht nichts. Spontan wünsche ich mir, schon um zwölf mit dem <del datetime="2011-12-17T22:24:29+00:00">Geldverdienen</del> Arbeiten angefangen zu haben.<br />
Aber schon wird der Run eröffnet. Die ersten Festivalgänger stürmen die Tische und stellen sich wie immer nur vorne an. Schnell das Bändchen um, dann raus und rauf auf den Campingplatz. 20 Uhr ist noch so weit weg wie eine befriedigende Einigung beim Klimagipfel. Dieses Jahr werden einige der Tickets gescannt, das klappt auch ganz gut, nur leider hat niemand Famila Bescheid gegeben. Die dort gekauften Karten lassen sich nicht scannen und der Code muss von Hand eingegeben werden – unzählige Jugendliche erleiden einen inneren Herzinfarkt (und, als wir Entwarnung geben können, vielleicht auch einen inneren Reichsparteitag?). Wer sich ein Hardticket bestellt hat, erspart sich manches Bangen. Draußen scheint die Sonne erbarmungslos auf die Wartenden und am Haupteingang im Norden fallen sie sicherlich schon wieder um wie Dominosteine. Der schlammige Boden der letzten Jahre ist nun einer zentimeterdicken Staubschicht gewichen – vielleicht ist es auch die Asche des Eyjafjallajökulls. Fleißig wird der Dreck in die Zelte getragen, unsere Tische sehen aus wie jahrzehntelang nicht geputzt und wir bald wie Kumpel aus dem Bergbau. Wenigstens hat die betrunkene Masse ein Einsehen mit uns und der Kalauer &#8222;(<em>lautes Geschrei</em>) Du hast meine Hand eingeklemmt!&#8220; wird nicht gänzlich inflationär genutzt. Auch erwartet keiner von uns, dass wir darüber noch müde lächeln. Immerhin. Es wird wieder menschlicher.<br />
Sicherlich kann man das auch auf die allgemeine, immer noch dominierende Euphorisierung zurückführen, die durch das in Ansätzen virtuose erste WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft in den verschiedensten Leuten hervorgerufen wurde. 4:0 gegen Australien gewonnen, wer soll &#8222;uns&#8220; da noch stoppen? Keine Ahnung, aber mich stoppt sowieso keiner. Allerdings spiele ich auch gar nicht mit. Das viele Bierschleppen, das sie morgen zum Feiern für den nächsten Kantersieg gegen die serbische Auswahl brauchen, macht die Leute galanter und der ein oder andere schaut auch leicht versonnen in die Ferne.<br />
Die ganze Glückseligkeit ist im höchsten Maße ansteckend und ich kann nicht umhin, innerlich debil zu grinsen und ein wenig mitzuschunkeln. Und ehe ich mich versehe, hab ich eine junge Frau getackert, die mich anschaut, als … ja, wie eigentlich? Nicht völlig freundlich. Ansonsten die immergleiche Routine.<a name="fn002t" href="#fn002f"><sup>2</sup></a> Das ist ein wenig langweilig manchmal, aber nicht schlecht, letztes Jahr beim Nordeingang war sicherlich das Zehnfache an Menge da, mindestens.<br />
Gegen Abend wird uns dann Essen in kleinen, stilechten Styroporwarmhalteschachteln gebracht. Ich entscheide mich wegen meiner limitierten Fleischgenusswahl für das vegetarische Essen, ein mittelgroßer Fehler, denn es gibt zartes und zungenschmelzbereites Geflügelfleisch. Es dauert noch ein wenig, bis ich in den Schlafsack kann, aber immerhin hat sich der Gästestrom schon etwas verringert. Ungefähr 50 Minuten nach Ende der Geisterstunde mache ich mich dann auf dem Weg zum Campingplatz. Im Zelt ist es kalt.</p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-size:xx-small;"> <a name="fn001f" href="#fn001t"></a>1. Allerdings ist mir das nur im letzten Jahr passiert, als ich das erste Mal mit den Freimeuterern unterwegs war – ebenfalls auf dem Hurricane Festival. Um genauer zu sein: Ich hatte meine ganzen Campingutensilien bei einem mir unbekannten Mädchen ins Auto geworfen und natürlich keine Nummern mit ihr ausgetauscht. Als ich dann in der Nacht wiederkam, konnte ich sie nicht mehr finden, sodass ich bis zum Morgengrauen im Diskozelt tanzen ging. Erst am Morgen fand ich sie dann wieder. Dass mir dann im Verlaufe des Tages mein Zelt absaufen sollte, ist wieder eine andere Geschichte.</span><br />
<span style="font-size:xx-small;"> <a name="fn002f" href="#fn002t"></a>2. &#8222;Hi, deine Karte bitte, danke, so, erstmal deine Karte zurück, hier dein Müllpfand, weißt du, was du damit machen musst, und jetzt noch das Bändchen, komm mal kurz mit deinem Arm hier runter, genau so, ist das dir zu eng, ok, bitte, viel Spaß, tschüß.&#8220;</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/607/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/607/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/607/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/607/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/607/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/607/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/607/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/607/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/607/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/607/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/607/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/607/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/607/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/607/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=607&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ein Requiem für das schlechte Pöbeln</title>
		<link>http://apiskapituliert.wordpress.com/2011/12/22/649/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 21:24:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen haben keine Ahnung]]></category>
		<category><![CDATA[My reflection, dirty mirror]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß nicht genau, ob es an Hildesheim selbst liegt, dieser grauen, unscheinbaren Stadt in der südniedersächsischen Pampa, oder doch am dem ungesunden Konglomerat der hier gestrandeten Menschen, vielleicht fällt es mir auch nur besonders auf, weil meine Besuche in Hamburg (und anderen Städten) nur noch kurze Ausschnitte aus einem gemeinschaftlichen Stadtbild zeigen und die [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=649&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Ich weiß nicht genau, ob es an Hildesheim selbst liegt, dieser grauen, unscheinbaren Stadt in der südniedersächsischen Pampa, oder doch am dem ungesunden Konglomerat der hier gestrandeten Menschen, vielleicht fällt es mir auch nur besonders auf, weil meine Besuche in Hamburg (und anderen Städten) nur noch kurze Ausschnitte aus einem gemeinschaftlichen Stadtbild zeigen und die Makel so zwangsläufig kaschiert und unsichtbar werden, oder es hat gänzlich andere Gründe, jedenfalls fällt mir immer wieder von Neuem diese schier unerträgliche Unfreundlichkeit der Menschen, die hier leben, auf, wobei dieser Zustand mit Unfreundlichkeit noch sehr höflich umschrieben ist. Sie scheinen voller Neid und Missgunst, voller Missgunst und Neid, unzufriedene, hasserfüllte Seelen, die sie sind. Habe ich mich doch erst kürzlich fürs Pöbeln ausgesprochen, muss ich meine Meinung zumindest etwas revidieren. Pöbeln kann Spaß machen, wunderbar klebriglecker sein wie Zuckerwatte oder karamellisierte Äpfel, aber es gilt, wie für so vieles im Leben: sofern man es denn richtig macht. Das es auch mal unter die Gürtellinie gehen kann – geschenkt. Wer so schön pöbelt wie etwa die Gallagher-Brüder oder sich wie Thomas Bernhard in endlosen Litaneien der Abscheu ergeht, darf/kann/(vielleicht sogar) muss auch mal übers Ziel hinausschießen. Pöbeln kann wie ein schönes Gedicht oder Gemälde sein. Problematisch wird es nur, wenn der Pöbel pöbelt. Wobei das nicht ganz stimmt, denn es ist ja sind nicht nur das Prekariat, sondern auch und vor allem immer und immer wieder der Herr im Businessanzug oder die genervte Sekretärin, die ihre Mittagspause im Supermarkt verplempert, um Kaffeemilch zu kaufen und geht das denn jetzt nicht alles mal schneller und lassen Sie mich gefälligst vor, ich habe nur noch eine halbe Stunde. Wenn man nicht gerade auf dem Fahrrad sitzt und somit schon über alle Berge ist und nur noch Wortfetzen hört, die einem – der StVO unkundigen – Halbaffen hinterhermotzen, weil diese noch nie einen Fahrradweg oder eine Straße gesehen, geschweige ihre Bedeutungen begriffen und/oder ihre Kindheit ohne Rolf Zuckowski verbracht haben, denn er singt ja nicht umsonst:</p>
<blockquote><p>Aus dem Haus, gradeaus,<br />
an der Fahrbahn bleib ich stehn.<br />
Ich seh nach links und rechts und links,<br />
wenn alles frei ist, kann ich gehn.</p></blockquote>
<p style="text-align:justify;">Muss man sich natürlich nicht dran halten, darf sich dann aber auch nicht wundern, dass es zur rettenden Vollbremsung nicht mehr reicht. Anders sieht es z.B. an Ampeln oder in Kaufhäusern aus, denn auch diese bergen großes Potenzial, um bei überkorrekten Verfechtern der öffentlichen Ordnung die allseits beliebte Platzwartmentalität hervorzurufen, die es der gemeinen Küchenschabe gleich geschafft hat, sich aus den dunklen Dreißiger Jahren bis in das 21. Jahrhundert zu rotten und dabei gefühlt auch noch ins Unendliche zu potenzieren. Man muss kein alter Mensch dafür sein, aber man kann. Und Regelverstöße lauern an jeder Ecke. Einen Apfel essen im Bus – obwohl Essen im Bus verboten ist? Stört keinen, aber immerhin geht es ums Prinzip. In solchen Fällen kann nur geraten werden, zurückzupöbeln und/oder den advokatischen Ereiferer gepflegt auflaufen zu lassen. Auch muss schließlich gelten: Wir lassen uns das Pöbeln nicht nehmen! Schwieriger sieht es als Angestellter aus. Wer schon einmal die beiden Sätze &#8222;Der Kunde ist König!&#8220; und &#8222;Wir bleiben immer höflich!&#8220; in Kombination gehört hat, weiß, was ich meine. Leider neigen einige Könige zu einem hohen Rumstressfaktor gegenüber ihren Fußvolk bzw. den Bediensteten. Es wird aufs Übelste geschimpft und beleidigt, doch statt der angemessenen Gegenreaktion wird stoisch drüber hinweggehört. Natürlich mag ich das Mädchen von Kasse vier auch freundlich<a name="fn001t" href="#fn001f"><sup>1</sup></a>, aber wenn König Otto meint, zehn Minuten vor Ladenschluss noch den Monatseinkauf für die Großfamilie machen zu müssen, dann darf sie auch gerne mal grantig werden. Aber eben auch, wenn der Kunde ausfallend wird, denn &#8222;Der Kunde ist König!&#8220; mag zwar bis zu einem gewissen Grad stimmen, ab dort ist es jedoch nur noch marktkonformistische Kapitalismusscheiße, die von fetten Schweinen in ihrer unermesslichen Gier nach jedem hinterletzten Euro und Cent in Angestelltenköpfe reingefräst wird, bis auch der letzte ungehobelte Trottel hofiert wird, als gehöre ihm die ganze Welt (oder zumindest einer der größeren Kontinente), und der, in seiner dadurch ins Endlose anwachsenden Megalomanie bestätigt, nicht nur den Finger, sondern gleich die ganze Hand nimmt. Hier macht er jedoch noch lange nicht halt, sondern will immer mehr, mehr, mehr, bis er sich bis hin zur Unkenntlichkeit vollgefressen hat (aber wird ihn das aufhalten, weiterzumachen? Nein, natürlich nicht. Der ungehobelte Trottel frisst erbarmungslos weiter.) Und das kann niemand, der noch einigermaßen bei Verstand ist, wirklich wollen. Darum für alle: mehr Mut zum Zurückpöbeln!</p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-size:xx-small;"> <a name="fn001f" href="#fn001t"></a>1. Die völlig aufgesetzte, perverse Freundlichkeit – vor allem in Großketten –, die manchmal schon psychopathische Züge annimmt, ist ein ganz anderes Thema. Wer kann so was ernsthaft wollen?</span></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/649/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/649/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/649/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=649&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Silberfische in meinem Bett</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 08:56:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[My reflection, dirty mirror]]></category>

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		<description><![CDATA[Für mein altes Blog hatte ich schon einmal einen Text über Ungeziefer und Insekten geschrieben, die nachts in Scharen an meinen Fenstern saßen, Insekten, von deren Existenz ich nie etwas geahnt hatte. Angezogen vom Licht begafften sie mich und mein Treiben argwöhnisch und, vielleicht, auch etwas hämisch. Dass ich sie nicht reinließ, interessierte sie nicht [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=594&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Für mein altes Blog hatte ich schon einmal einen Text über Ungeziefer und Insekten geschrieben, die nachts in Scharen an meinen Fenstern saßen, Insekten, von deren Existenz ich nie etwas geahnt hatte. Angezogen vom Licht begafften sie mich und mein Treiben argwöhnisch und, vielleicht, auch etwas hämisch. Dass ich sie nicht reinließ, interessierte sie nicht im geringsten, vielmehr warteten sie nur darauf, dass ich mal wieder ein Fenster aufließ, um sich dann über meinem Deckenfluter zu sammeln und in ihm regelmäßig den Tod zu suchen. Der Kauf von Fliegengitter schaffte vorwiegend Abhilfe, auch wenn sich die Insekten nun einfach am Netz zusammenscharrten. Irgendeins von ihnen kam doch immer rein.<br />
Nun sind Insekten in der Wohnung noch nichts Schlimmes, sofern sie nicht in unkontrollierbaren Massen aufkreuzen und sich penetrant weigern, wieder zu gehen. Die meisten sterben sowieso bald und manche kleine, übermütige Fliege fand schnell in der Venusfliegenfalle ihren Tod. Trotz Fliegengitter und fleischfressender Pflanze nistet sich aber auch mal Ungeziefer ein. Während Weberknecht und Schuster leicht hinauszukomplimentieren sind oder sich freiwillig in dunkle Kellerkatakomben zurückziehen, sieht es mit einigen aufdringlichen Eindringlingen ganz anders aus. Wer etwa schon mal Mehlmotten &#8222;zu Gast&#8220; hatte, weiß, wie schwer diese wieder aus den Nahrungsmitteln herauszukriegen sind. Sie stehen knapp hinter den (Küchen-)Schaben, die sich mit ekelerregender Impertinenz in den Ritzen der Wohnung verbarrikadieren und gar nicht daran denken, freiwillig das Feld zu räumen. Zu allem Überfluss ist die Schabe so etwas wie der Ziehsohn der Evolution und mit einer derartigen Widerstandsfähigkeit gesegnet, dass sie schier an Unsterblichkeit grenzt. Wer das Pech hat, sie zur Untermietern zu haben, hat eigentlich nur eine Wahl: umziehen. Selbst das Haus abfackeln hilft bei diesen widerspenstigen Biestern nicht.<br />
Aber zurück zu den Mehlmotten. Ob Reis, Haferflocken oder eben Mehl, in parasitärer Dreistigkeit leben sie in allem, was im Schrank steht und selbst verschlossenes Essen ist vor ihnen nicht sicher; durch Pappe fressen sie sich durch und auch Schraubverschlüsse stellen lediglich ein kurzweiliges Hindernis dar. Befallenes Essen kann man nur noch wegschmeißen. Zwar lebt eine Motte nicht lang, dafür hinterlässt sie neben kleinen, spinnwebenartigen Fäden auch noch ein Batzen Eier, aus denen weiße Maden schlüpfen, die voller Schmierigkeit an Wänden und Schränken entlang schleimen, nur darauf wartend, sich endlich verpuppen zu können, um wiederum selbst einen Batzen Eier zu hinterlassen. Die Mehlmotte ist ein niederträchtiges und gewissenloses Wesen, dem entschlossen entgegengetreten werden muss, da es sonst gnadenlos sein Terrorregime errichtet.<br />
Irgendwo zwischen ruhige Mitbewohner und Ungeziefer bewegen sich hingegen Silberfischchen, die, rennt mal eins durchs Badezimmer, ignoriert werden können, spätestens, wenn man nach einer durchzechten Nacht in seinem Bett von einem zwei Meter großen Silberfisch wach geküsst wird, läuft so manches schief und werden die kleinen Chitinpanzermonster zu einem Problem. Ein weiterer Quälgeist ist in den letzten Jahren der Marienkäfer geworden. Zu Millionen fliegen die Punktierten durchs Land und betreiben einen riesigen Aufwand, um einen zu belästigen. Bevorzugt abends und vor dem Schlafengehen, wenn ich ein Buch lese, kriecht aus irgendeiner Ecke meines Zimmers einer dieser hinterhältigen Käfer und fliegt einen Kamikazeangriff gegen nichts und niemanden. Wenn er mit seinen Deckflügeln gegen Wand und Decke fliegt, verursacht er solch einen Heidenlärm, den er penetrant aufrecht zu erhalten weiß (um einiges lauter ist dabei der Bockkäfer, der jedoch den Anstand hat, sich nur selten und unabsichtlich in ein Zimmer zu verirren). Noch im Winter findet ich beim Putzen genug Käferleichen, die locker die Zweistelligkeit erreichen. Was das Ganze so perfide macht: Wir können diesem kleinen Wicht nicht richtig böse sein, ist er doch so putzig und überdies sind mit ihm unzählige Kindheitserinnerungen verbunden, ja, ist er doch sogar so etwas wie eine Metapher ebendieser Kindheit! Verdammte Sentimentalität.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/594/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/594/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/594/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/594/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/594/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/594/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/594/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/594/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/594/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/594/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/594/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/594/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/594/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/594/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=594&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Hildesheimer Mottenkiste: I. Unibeginn</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 12:42:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mottenkiste]]></category>
		<category><![CDATA[My reflection, dirty mirror]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier kommt der erste einer Reihe von Texten, die es nicht über den &#8222;unfertig&#8220;-Ordner hinausgeschafft haben – bis jetzt natürlich. Letztes Jahr im November geschrieben, ist er, obwohl vor knapp eineinhalb Monaten das neue Wintersemester begonnen hat, erschreckend unaktuell. Ich sitze lediglich in einem Seminar, über meine Scheinsituation habe ich einen groben Überblick und bis [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=570&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Hier kommt der erste einer Reihe von Texten, die es nicht über den &#8222;unfertig&#8220;-Ordner hinausgeschafft haben – bis jetzt natürlich. Letztes Jahr im November geschrieben, ist er, obwohl vor knapp eineinhalb Monaten das neue Wintersemester begonnen hat, erschreckend unaktuell. Ich sitze lediglich in einem Seminar, über meine Scheinsituation habe ich einen groben Überblick und bis zwölf schlafe ich höchstens dann noch, wenn ich am Abend lange weg war. Aber auch das ist selten, das Vordiplom, das ich bisher immer &#8222;im nächsten Semester&#8220; machen wollte, steht an, die erste Prüfung ist sogar schon terminiert. Wenigstens Hildesheim bleibt trostlos als wie zuvor, meine Besuche in Hamburg hingegen sind an zwei Fingern abzuzählen. Jedoch, bevor ich abschweife, erstmal der Text:</p>
<p><span id="more-570"></span></p>
<p><strong>Unibeginn</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Mit den kaltnassen Tagen des Herbstes kommt auch der Gedanke an die Uni, der sich flackernd und vergilbt wie aus einem früheren Lebensabschnitt schält. Über drei Monate ist das Sommersemester nun her, drei lange Monate, in denen ich nichts gemacht habe und doch zu nichts gekommen bin, so viel stand an. Oder nicht? Erinnerung, sprich! Und nun, nach so langer Zeit, ins neue Semester, ins ungeliebte Wintersemester, das Hildesheim in seiner trostlosen Nacktheit zeigt und das Feuer der Sehnsucht im Herzen nach Hamburg ins schier Unerträgliche steigen lässt (und einen immer verleugneten Pathos gebärt). Wie häufig war ich dieses Jahr in Hamburg? Oder vielmehr, wie selten? Ich befürchte, meine Besuche (I’m like a stranger, like a stranger in my own home town) kann ich an zwei Händen abzählen.<br />
Während die meisten meiner Freunde in anderen Städten schon wieder in den Hörsälen sitzen, schlafe ich bis zwölf Uhr mittags, bleibe liegen und lese ein Buch bis halb zwei. Dieses Mal beginnt die Vorlesungszeit erst gegen Ende Oktober, am Fünfundzwanzigsten (und nicht in der Mitte des Monats). In der Woche davor war Einführungswoche der Erstsemester, aber ich gehe nicht hin, das letzte Mal war ich da vor drei Jahren, in meinem ersten Semester. Erstie-Sightseeing überlasse ich den anderen, man sieht sie ja doch früh genug. Dennoch, der erste Uni-Tag steht unmittelbar bevor. In meinen Träumen fahre ich überdurchschnittlich häufig Bus (und – seit kurzem besitze ich nun eins – Fahrrad), gehe zur Uni oder sitze in Seminaren (die Domäne Marienburg, an der viele der Seminare stattfinden, taucht übrigens in Variationen immer wieder als Schloss auf einem Berg auf, manchmal sogar mit imposantem Burggraben und Zugbrücke), für die ich häufig vergessen habe, mich anzumelden. Ich wache zwar nicht schweißgebadet auf, aber eine Woche vor Fristende melde ich mich schließlich an. Mein Stundenplan ist zum Erbrechen voll, ich verlasse morgens das Haus und komme abends um 20 Uhr zurück, die besten Veranstaltungen überschneiden sich natürlich.<br />
Irgendwann ist auch mein Studium zu Ende, nur noch drei Semester und der Tag, an dem ich scheinfrei bin, rückt in greifbare Nähe. Nach zwei Wochen pegeln sich die Semesterwochenstunden gewöhnlich auf ein erträgliches Maß herab, da ich die meisten Veranstaltungen sowieso nicht mehr besuche. Wie jedes Mal nehme ich mir vor, meine Seminare und Vorlesungen an den noch fehlenden Scheinen auszurichten, aber lass es dann doch sein. Brauche ich noch einen oder zwei Scheine in Medien? Und wie sieht es in Literatur aus? Ich bleibe weiter unwissend.<br />
Der erste Unitag beginnt gewohnt spröde. Das erste Seminar um zehn Uhr, der Wecker klingelt um acht, ich ziehe mir die Decke über den Kopf, aber ich kann nicht gleich in der ersten Sitzung fehlen, und nach einer Stunde stehe ich auf. Der Bus gleicht einmal mehr einem Viehtransport, der keiner Europa-Richtlinie standhielte, ebenso der Seminarraum, wo mir nur ein Fensterplatz bleibt. Mein einziges Medienseminar in diesem Semester – und ich kriege es nicht. Ein dubioses Auswahlverfahren per Mail, das keiner durchblickt, reduziert die Teilnehmerzahl von über 100 auf 50. Beruhigend: Man ist nicht der einzige, der auf der Strecke bleibt. Jeden Tag wieder in der Stadt zu sehen.<br />
Wenigstens in die anderen beiden Veranstaltungen am Montag komme ich rein, auch wenn es in der obligatorischen 14 Uhr-Kunstvorlesung unmöglich ist, noch einen freien Platz zu bekommen, also staple ich mich unter die Decke. Mit zuckenden Augenlidern und masochistischem Genuss ertrage ich die Erstsemester und die unzähligen Fragen zu ihrer Prüfungsordnung, die ihnen unbekannt ist und unbekannt bleiben wird. Schwerer Anfängerfehler: Dozenten und Professoren fragen, die haben noch weniger Ahnung als man selbst. Dann lieber auf gut Glück studieren.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/570/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/570/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/570/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/570/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/570/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/570/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/570/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/570/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/570/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/570/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/570/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/570/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/570/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/570/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=570&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Mein erstes Mal &#8230; im Stadion</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 14:35:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kick it like Super Mario Gätzi]]></category>
		<category><![CDATA[Mein erstes Mal ...]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine Fußballbegeisterung setzte verhältnismäßig spät ein. Noch mit zehn Jahren verfolgte ich die EM 96 sehr sporadisch – irgendwo ganz weit hinten im Gehirnzellengerümpel meine ich, eine Erinnerung an die beiden Tore von Oliver Bierhoff vergilben zu sehen. Sicher bin ich mir nicht. Dem einzigen Moment, dessen ich mir vollkommen sicher bin, ist das Elfmeterschießen [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=414&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Meine Fußballbegeisterung setzte verhältnismäßig spät ein. Noch mit zehn Jahren verfolgte ich die EM 96 sehr sporadisch – irgendwo ganz weit hinten im Gehirnzellengerümpel meine ich, eine Erinnerung an die beiden Tore von Oliver Bierhoff vergilben zu sehen. Sicher bin ich mir nicht. Dem einzigen Moment, dessen ich mir vollkommen sicher bin, ist das Elfmeterschießen im Halbfinale zwischen England und Deutschland. Sie setzt in der Sekunde ein, in der Gareth Southgate Anlauf nimmt, schießt und nicht an Köpke vorbeikommt. Als Andy Möller sich bereit macht, zu schießen, weiß ich noch nicht, dass das der entscheidende Treffer sein wird. Ihm gegenüber steht David Seaman in einem Trikot, das aussieht, wie ein überfahrender Schwarm Papageien, viel mehr noch, wenn man sich die asphaltfarbenen Trikots seiner Mitspieler anschaut. Möller trifft, rennt, jubelt und stolziert wie Napoleon Bonaparte über den Rasen des Wembley Stadions. Football’s coming home, assholes.<br />
Dann war da das Panini-Album für die Bundesligasaison 1996/97. In der Mitte die EM-Helden, die ich damals auswendig konnte – und es vielleicht auch immer noch könnte. Dass Oliver Reck als dritter Torwart dabei war, hat sich z.B. bis heute fest in mein Gedächtnis eingebrannt. Wenn es darum geht, welche Vereine in die 1. Liga &#8222;gehören&#8220;, orientiert sich mein Bauchgefühl an den 18 Mannschaften aus dem Panini-Album. Clubs wie der 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt, Hertha BSC Berlin oder Hannover 96 sind per definitionem in den unteren Ligen anzuordnen, während Fortuna Düsseldorf, 1860 München oder der Karlsruher SC einfach Teil der ersten sind, auch wenn sie mittlerweile in der Bedeutungslosigkeit herumdümpeln. Mit &#8222;Traditionsklubs&#8220; wie Eintracht Braunschweig kann man mir gleich wegbleiben. Auch wenn mir nichts egaler sein könnte als die Arminia aus Bielefeld, in den Drittligafußball gehört sie so wenig wie Äpfel und Bananen zusammen in die Obstschüssel. Und so sympathisch ich den FSV Mainz 05 finde, ich bezweifle, dass ich mich in zwanzig Jahren an dessen Erstklassigkeit gewöhnt haben könnte.<br />
Dafür, dass aus meinem temporären Interesse eine anhaltende Leidenschaft wurde, sind u.a. zwei Spiele, die ich in den folgenden zwei Jahren gesehen habe, von immenser Bedeutung. Hier darauf weiter einzugehen, führe zu weit, schließlich geht es um meinen ersten Stadionbesuch. Dieser war, trotz meiner damals schon großen Affinität zu Borussia Dortmund, ohne Beteilung des BVB und auch verhältnismäßig spät. Ich war vierzehn und das Spiel die Spitzenpartie der 2. Bundesliga: FC St. Pauli – 1. FC Nürnberg. Streng gesehen war ich schon zuvor bei einem Fußballspiel gewesen, die Erinnerung daran aber ist wiederholt fast verblichen. Alles, was ich an Erinnerungsscherben zusammenkriege, ist, dass es sich um ein Amateurspiel in der Hamburger Innenstadt handelte, dessen letzten zwei, drei Minuten wir noch mitbekamen. Der Fußballplatz war von schlichten Häusern umgeben, die dicht gedrängt standen, so dass wir durch eine Gasse von den Parkplätzen bis zum Spielfeld gehen mussten. Nach dem Abpfiff unterhielt mein Vater sich mit einem der Spieler (weißes Trikot). Ich habe keine Ahnung, wie alt ich war, wer spielte, ob mein Vater den Spieler kannte, oder ob selbst meine wenigen Erinnerungen mich trügen und eigentlich alles ganz, ganz anders war.<br />
Mehr Erinnerungen habe ich an das Spiel des FC St. Pauli. Es war die Hinrunde der Saison 2000/01 und Dezember, ein paar Tage nach dem Geburtstag des geschätzten Blogger-Kollegen und Kiezkickerjüngers <a title="Alter Millerntorhaudegen" href="http://www.staddi.de" target="_blank">Staddi</a>. St. Pauli war seit der Panini-Saison aus der 1. Liga abgestiegen und längst wurde es Zeit, ins Oberhaus zurückzukehren. Eine wunderbare Gelegenheit, um nachzufeiern. Zusammen mit einem weiteren Freund und ausgestattet mit Staddis Fanartikel machten wir uns auf zum Millerntor. Natürlich standen wir in der Gegengerade. Die Hände in Handschuhen, vor unseren Mündern Kondenswolken und sehr bald nistete sich das Winterwetter wie eine weitere Schicht Kleidung unter Jacke und Sweatshirt ein. Aber wen juckt die Kälte, wenn er die Wärme mehrerer tausend springender und singender Pauli-Fans um sich hat? Spätestens die Bierduschen beim 1:0 wärmten den Körper schön durch.<br />
Bei dem Ergebnis blieb es dann, auch wenn ich in den Schlussminuten, in denen wir oben nahe des Ausgangs standen, noch ein Phantom-2:0 hören oder sehen wollte. Keine Ahnung, wie ich darauf kam, vielleicht war es der euphorischen Stimmung gen Ende geschuldet – vielleicht aber auch nur meiner zu Hause gelassenen Brille. Der einzige Spieler, an den ich mich erinnere, ist Andy Köpke im Tor von Nürnberg, EM-Held von 1996. Auf Paulis Seite kann ich nur spekulieren. Klasnic? Meggle? Scherz? Oder war das vor bzw. nach deren Zeit? Wurde noch mit Libero gespielt oder schon mit Viererkette? Und wer war Trainer? Natürlich könnte ich nachschauen. Aber…<br />
Am Ende der Saison war es dann endlich soweit: Der FC St. Pauli stieg wieder in die Bundesliga auf, ebenso Nürnberg. Soweit war es nach dem Spiel noch nicht. Erstmal ging es im Taxi zurück nach Hause.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/414/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/414/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/414/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/414/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/414/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/414/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/414/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/414/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/414/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/414/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/414/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/414/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/414/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/414/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=414&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Lesenswert: Interessante Links (2)</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 15:53:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Es ist einfach Rockmusik]]></category>
		<category><![CDATA[Gelinkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwar ist der Artikel (nicht nur in Internetzeit) aus dem Guardian schon etwas älter, aber das macht nichts, da er doch ganz kurzweilig ist und &#8222;heilige Kühe schlachten&#8220; prinzipiell Spaß macht. Unter dem Titel &#8222;Sgt Pepper must die!&#8220; lassen sich vierzehn Musiker über ihrer Meinung nach überschätzte Alben der Popgeschichte aus. Dabei sind u. a. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=408&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwar ist der Artikel (nicht nur in Internetzeit) aus dem <em>Guardian</em> schon etwas älter, aber das macht nichts, da er doch ganz kurzweilig ist und &#8222;heilige Kühe schlachten&#8220; prinzipiell Spaß macht. Unter dem Titel &#8222;Sgt Pepper must die!&#8220; lassen sich vierzehn Musiker über ihrer Meinung nach überschätzte Alben der Popgeschichte aus. Dabei sind u. a. Pink Floyds &#8222;Dark Side Of The Moon&#8220; (&#8222;I’m amazed that it’s up there in the pantheon, because I can’t see any virtue in it whatsoever.&#8220;), &#8222;Nevermind&#8220; von Nirvana (&#8222;Even the album cover seems cheap: that stupid dollar bill just seems to have been airbrushed in there. If Alice in Chains had done it, we&#8217;d have thought it was a joke, but because it was Nirvana we thought it was oh-so-clever.&#8220;) sowie das The Strokes-Debüt (&#8222;If ever there was a point where Gucci and rebellion were married together, it was right there.&#8220;). Zu lesen hier: <a href="http://www.guardian.co.uk/music/2007/jun/15/popandrock" title="Sgt Pepper must fuckin' die!" target="_blank">The Guardian – Sgt Pepper must die!</a><br />
Gefunden übrigens beim Popblog <a href="http://blogs.taz.de/popblog/" title="Monarchie &amp; Alltag" target="_blank">&#8222;Monarchie &amp; Alltag&#8220;</a> der TAZ, bei der die Rubrik &#8222;Schmähkritik&#8220;, in der wundervoll in alle Richtungen ausgeteilt wird, ebenfalls sehr empfehlenswert ist. Nicht fehlen dürfen dabei natürlich die Gallagher-Brüder, die das Pöbeln zu einer neuen Kunstform erhoben haben. Es sind einige Bonbons vorhanden.<br />
Als kleiner Vorgeschmack:</p>
<p><a href="http://blogs.taz.de/popblog/2008/10/03/schmaehkritik_11x_tim_wiese_werder_bremen/" title="Während 11Freunde ein wunderbares Magazin über Fußball ist ..." target="_blank">Andreas Bock und Dirk Gieselmann (11Freunde) über Tim Wiese:</a></p>
<blockquote><p>Zwischendurch schien die Sonne so stark, dass die Bronzepaste auf den Wangen schmolz und dann, als die Sonne wieder verschwand, abblätterte und sich wie Konfetti im Fünfmeterraum verteilte. Unschön. Wäre Tim Wiese ein Tier, er wäre der Kater am Neujahrsmorgen.</p></blockquote>
<p><a href="http://blogs.taz.de/popblog/2008/09/16/schmaehkritik_110_1000_robota/" title="... sind 1000 Robata eine abgrundtief unsympathische Band, für die es niemals genug Schmähkritiken geben kann." target="_blank">Wolfgang Frömberg (Intro) über 1000 Robota:</a></p>
<blockquote><p>Dass 1000 Robota sich um Mitternacht beschweren, ihr Label habe einem Ahnungslosen den Flug nach London bezahlt, und Anton Spielmann den Pete Doherty Junior gibt, weshalb ich mich nach fünf Stunden Warterei und drei Minuten Gespräch wieder genervt übers Paulaner beuge, könnte zwei Dinge bedeuten: a) dass Anton schon gut begriffen hat, warum im Popzirkus die Rolle des narzisstischen Rotzlöffels für einen 17-Jährigen prädestiniert scheint, um Blicke auf sich zu lenken, oder b) dass er in seiner Egozentrik, die sowohl zur späten Pubertät wie zum Spätkapitalismus passt, eben noch nicht viel rafft. Aber gemach: Kinder schlägt man nicht. Man zeigt und erklärt ihnen die Welt. Erst ab 18 gibt es was aufs Maul.</p></blockquote>
<p><a href="http://blogs.taz.de/popblog/2008/08/24/schmaehkritik_103_noel_gallagher_ueber_die_kaiser_chiefs/" title="The Godfather of pöbeling" target="_blank"><br />
Noel Gallagher über die Kaiser Chiefs:</a></p>
<blockquote><p>The Monkees haven’t split up they’re just going under the name as the Kaiser Chiefs. I done drugs for 18 years, 365 days in a row for 18 years, I never got that bad that I would go ‘You know what, I think the Kaiser Chiefs are brilliant!’. Kaiser idiots. Anybody whose drummer writes the songs are not to be trusted.</p></blockquote>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/408/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/408/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/408/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/408/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/408/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/408/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/408/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/408/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/408/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/408/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/408/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/408/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/408/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/408/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=408&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Endorphine, Euphorie, Gänsehaut</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 21:22:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bloginterna]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer hätte gedacht, dass hier noch einmal etwas passiert, ist der letzte Eintrag dank Faulheit, fehlender Zeit und Faulheit doch schon wieder über ein halbes Jahr her. Doch statt klinisch tot zu sein, kapitulierte das Blog nur in einem etwas längeren Sommerschlaf vor sich hin, um nun zum x-ten Mal seine Renaissance zu erleben und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=406&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer hätte gedacht, dass hier noch einmal etwas passiert, ist <a href="http://apiskapituliert.wordpress.com/2011/04/06/scarletts-schuhe" title="Scarletts Schuhe" target="_blank">der letzte Eintrag</a> dank Faulheit, fehlender Zeit und Faulheit doch schon wieder über ein halbes Jahr her. Doch statt klinisch tot zu sein, kapitulierte das Blog nur in einem etwas längeren Sommerschlaf vor sich hin, um nun zum x-ten Mal seine Renaissance zu erleben und ähnlich Dornröschen schöner als je zuvor zu erwachen. Hier und da ein bisschen verändert und vor allem in einem neuen Design, geht es endlich wieder mit ein paar liebreizenden Einträgen weiter, und das, so die nimmermüde und naive Hoffnung, in regelmäßigeren Abständen als bis jetzt. Vorbei sind die Zeiten des dekadenten Müßigganges und die Faulenzerei, zumindest für eine Weile. Alles in allem soll das Blog jeden Tag ein bisschen besser gemacht werden.<br />
Dafür wird besonders tief in die Mottenkiste gegriffen, wo sich neben alten Floskeln auch noch ein paar alte, niemals fertig gestellte Texte befinden, die es demnächst so zu lesen gibt, wie sie sich seit Ewigkeiten im Ordner befinden: unvervollständigt. Neu ist auch die Rubrik <a href="http://apiskapituliert.wordpress.com/?s=mein+erstes+mal+..." target="_blank">&#8222;Mein erstes Mal …&#8220;</a>, die schon jetzt zu einem lieb gewonnener Klassiker dieses Blogs geworden ist, ohne überhaupt erschienen worden zu sein. Und vieles, vieles mehr. Mehr Endorphine, mehr Euphorie und mehr Gänsehaut. Große Aussichten also. Und: Alles wird gut.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/406/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/406/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/406/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/406/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/406/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/406/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/406/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/406/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/406/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/406/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/406/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/406/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/406/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/406/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=406&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Scarletts Schuhe</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Apr 2011 21:26:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Apis rezensiert]]></category>
		<category><![CDATA[Es ist einfach Rockmusik]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit &#8222;Anywhere I Lay My Head&#8220; hat Scarlett Johansson 2008 ihr erstes Album aufgenommen. Bis auf eine Ausnahme handelt es sich bei den Songs um Coverversionen des Meisters des kratzigen Blues, Tom Waits Eigentlich als Schauspielerin bekannt, hatte Scarlett Johansson ihren großen Durchbruch an der Seite von Bill Murray im grandiosen &#8222;Lost in Translation&#8220; und [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=284&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit &#8222;Anywhere I Lay My Head&#8220; hat Scarlett Johansson 2008 ihr erstes Album aufgenommen. Bis auf eine Ausnahme handelt es sich bei den Songs um Coverversionen des Meisters des kratzigen Blues, Tom Waits</strong></p>
<p><img src="http://apiskapituliert.files.wordpress.com/2011/04/scarlett-johansson.jpg?w=690" alt="Scarlett Johansson - Anyway I Lay My Head" /><br />
<span id="more-284"></span><br />
Eigentlich als Schauspielerin bekannt, hatte Scarlett Johansson ihren großen Durchbruch an der Seite von Bill Murray im grandiosen &#8222;Lost in Translation&#8220; und stand mittlerweile bei drei Woody-Allen-Filmen vor der Kamera. Johansson ist nicht nur in der Glamourwelt Hollywood angekommen, sondern hat auch abseits davon in der verschrobenen Independentpopkultur neurotischer Großstädter ihren Platz gefunden. Nachdem sie schon 2006 kurz Filmset gegen Studio eingetauscht und den Evergreen &#8222;Summertime&#8220; neu vertont hatte, erschien zwei Jahre später ihr Debüt &#8222;Anyway I Lay My Head&#8220;, auf dem Tom Waits, seines Zeichens knarziger und verschrobener Spelunkenbluesmusiker und einflussreiches Idol nachfolgender Musikergenerationen, ihre Ehrerbietung erweist. Sie ist damit nicht die erste (u.a. Rod Steward, Ramones, Queens Of The Stone Age), die sich dieser schweren Aufgabe annimmt. Waits Stimme klingt wie eine jahrelang in Whiskey und Zigarettenrauch eingelegte, rostige Säge und ist eine der unverkennbarsten der Rockmusik. Der Versuch, die Intensität von Waits zu erreichen, ist ein hoffnungsloses Unterfangen. Johansson probiert jedoch gar nicht erst, sich mit Waits zu messen und interpretiert seine Songs völlig um.</p>
<p>Vielleicht sollte man nicht von Scarlett Johanssons Album sprechen. Mindestens zur Hälfte muss dieses Album auch David Sitek angerechnet werden. Sitek ist Kopf, Herz und Seele der Experimentalrocker von &#8222;TV On The Radio&#8220;, die der immer mal wieder sterbenden Rockmusik um die Jahrhundertwende stützend unter die Arme gegriffen und ein paar bemerkenswerte Alben herausgebracht haben. Unüberhörbar ist sein Einfluss bei den umarrangierten Songs, die häufig nicht mehr allzu sehr nach Waits klingen, sondern eher schon nach Siteks Hauptband. Die Eigenkomposition der beiden, &#8222;Song For Jo&#8220;, fügt sich so nahtlos ein, dass sie ebenfalls Waits-Song sein könnte – oder eben auch nicht. Das Album beginnt mit dem Instrumental &#8222;Fawn&#8220;, das mit Tamburin und Windspiel vor sich hinklimpert, bis im zweiten Song &#8222;Town With No Cheer&#8220; das erste Mal Johanssons Stimme erklingt, unerwartet tief und distanziert. Langsam und zäh zieht er sich hin, als fiele es ihm schwer, sich seinem Ende zu nähern. Einen besonderen Gast gibt es im Folgenden &#8222;Falling Down&#8220; und später in &#8222;Fannin Street&#8220; zu hören, nämlich einen der größten Bewunderer von TV On The Radio: David Bowie. Interessanterweise gibt Bowie nicht den Duettpartner Johanssons, sondern übernimmt den Backgroundgesang. Mit seiner zurückhaltenden, aber warmen Stimme gibt er den perfekten Kontrastpart zu der kühlen, fast monotonen Johansson.</p>
<p>Diese ist, das wird schnell klar, keine besonders große Sängerin, ihr Gesang nicht allzu fassettenreich. Dass das kein Problem ist, liegt vor allem daran, wie Sitek die einzelnen Songs auseinander genommen und dann wieder zusammen geschraubt hat. &#8222;Anywhere I Lay My Head&#8220; ist das, was man in der Popmusik allgemein als &#8222;Grower&#8220; bezeichnet. Erst nach mehrmaligem Hören entfaltet sich das Album, das neben TV On The Radio auch Anklänge an Bowies &#8222;Berliner Trilogie&#8220;, &#8222;The Velvet Underground&#8220; und besonders an Shoegazer-Bands wie &#8222;The Jesus And Mary Chain&#8220; (mit denen sie übrigens für einen Gastauftritt schon mal auf der Bühne stand) und &#8222;My Bloody Valentine&#8220; hat. Das schleppende Schlagzeug, die manchmal kaum in Tritt kommenden Gitarren und immer wieder klimpernde Instrumente wie das Glockenspiel und die Kalimba schaffen mit Johanssons unnahbarem Gesang eine (alp-)traumhafte, sphärische Stimmung, die mit Tom Waits häufig nur noch wenig zu tun hat, ihm dadurch jedoch alle Ehre macht. Johansson und Sitek ist hier eine schräge Hommage an den großen Tom Waits gelungen, die, nach kurzem Anlauf, durchweg überzeugt.</p>
<p><span style="font-size:xx-small;">Wen es interessiert: Den Text habe ich als Studienleistung für das Seminar &#8222;Kulturjournalismus Musik&#8220; geschrieben und eine 1,3 dafür bekommen. Die Überschrift habe ich beim Abgeben &#8211; natürlich &#8211; vergessen.</span></p>
<p>(Photo: Pressephoto)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/284/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/284/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/284/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=284&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die unerträgliche Beurteilung des Kritikers</title>
		<link>http://apiskapituliert.wordpress.com/2011/02/04/die-unertragliche-beurteilung-des-kritikers/</link>
		<comments>http://apiskapituliert.wordpress.com/2011/02/04/die-unertragliche-beurteilung-des-kritikers/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 14:41:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Apis</dc:creator>
				<category><![CDATA[A wall of books between us in our bed]]></category>
		<category><![CDATA[Apis rezensiert]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz nebenbei bringt Dean Koontz mit &#8222;Blindwütig&#8220; einen weiteren Roman heraus und erhöht die Anzahl seiner seit 2000 erschienenden Bücher auf fast 20. Sein Gesamtwerk dürfte sich mit großen Schritten dem hundertsten Buch nähern. Und wieder beweist er: Eine Type wie ihn muss man lange suchen Die Grundhandlung von &#8222;Blindwütig&#8220; ist schnell erzählt: Der Schriftsteller [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=276&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ganz nebenbei bringt Dean Koontz mit &#8222;Blindwütig&#8220; einen weiteren Roman heraus und erhöht die Anzahl seiner seit 2000 erschienenden Bücher auf fast 20. Sein Gesamtwerk dürfte sich mit großen Schritten dem hundertsten Buch nähern. Und wieder beweist er: Eine Type wie ihn muss man lange suchen</strong></p>
<p><img src="http://apiskapituliert.files.wordpress.com/2011/02/dean-koontz-blindwc3bctig.jpg?w=690" alt="Dean Koontz - Blindwütig" /><br />
<span id="more-276"></span><br />
Die Grundhandlung von &#8222;Blindwütig&#8220; ist schnell erzählt: Der Schriftsteller Cubby Greenwich lebt mit seiner wunderschönen Frau Penny, dem gemeinsamen, hochintelligenten sechsjährigen Sohn Milo und dessen Hund Lassie ein Bilderbuchleben und feiert mit seinem neuen Buch &#8222;One O’Clock Jump&#8220; große Erfolge. Von allen Seiten wird er mit Lob überhäuft. Kein Grund zu klagen also, wäre da nicht der Literaturkritiker Shearman Waxx, der Greenwichs Roman gnadenlos verreißt. Gegen jeden Rat kann der Schriftsteller die Kritik nicht auf sich beruhen lassen und so kommt es, wenn auch ungewollt, zu einem Treffen der beiden auf der Herrentoilette eines Restaurants. Waxx hat nicht viele Worte übrig für den von ihm Verschmähten; &#8222;Verdammnis&#8220;, das ist das einzige, was er sagt. Und hier nimmt das Unheil seinen Lauf: Der Kritiker bricht in das Haus der Greenwichs ein, verbrennt erst das Lieblingsfamilienphoto im Herd, und traktiert Cubby und Penny in der Nacht mit Elektroschockern. Am Morgen darauf können der Schriftsteller und seine Familie in letzter Minute fliehen, bevor ihr Haus in die Luft gejagt wird. Letzte Zweifel, dass Waxx ein Psychopath übelster Sorte ist, sind ausgeräumt und es beginnt eine Hetzjagd durch Kalifornien, bei der der Kritiker jeden Schritt seiner Opfer vorauszusehen scheint.</p>
<p>Der Plot ist sicher nicht weltbewegend, für einen Psychothriller, als der &#8222;Blindwütig&#8220; beginnt, aber durchaus solide. Mit einigen Finessen kann man genug Spannung aufbauen, während man seine Figuren von Zufluchtsort zu Zufluchtsort jagt. Koontz ist jedoch, wie schon erwähnt, nicht irgendein Schriftsteller, der es dabei belässt, einen spannenden Psychothriller zu schreiben. Mehr, viel mehr, immer mehr, das ist seine Divise. Man kann ihn am besten mit einem irren Gerechtigkeitsfanatiker vergleichen, der mit seinem Auto wahllos durch eine Shopping-Mall brettert, ein paar schlechte Menschen werden schon unter den Opfern sein. Ebenso nimmt sich Koontz einen Klumpen Ideen und knallt sie zwischen die Buchdeckel – ein paar gute werden schon dabei sein. So entwächst der Psychothriller zu einer riesigen Verschwörung einer dubiosen Agency, in der so ziemlich jede Behörde und Institution verwickelt ist. Das für sich ist natürlich noch keine große Sache, ist das doch genau Koontz’ Milieu: Verschwörungen, vor allem seitens der Regierung. Was die Charakterisierung der Figuren angeht, kann man nicht einmal mehr von überzeichnet oder Klischee reden, hier werden jegliche irdische Ketten gesprengt. Milo, der sechsjährige Sohn der Greenwichs, ist ein solches Genie, vor allem im Bereich Physik und Mathematik, dass er schon sein Highschool-Diplom an der Wand hängen hat. Nebenbei bastelt er an hochkomplexen Maschinen. Das komplette Gegenteil davon ist Cubby, der zwar schreiben, aber keinen Toaster bedienen kann, ohne das halbe Haus in Flammen zu setzen. Dass Hund Lassie (übrigens kein Collie, sondern Australischer Schäferhundmischling) sich an verschiedene Orte teleportieren kann, fällt da fast gar nicht mehr auf. </p>
<p>Über die Figur des Kritikers Waxx braucht man nicht viele Worte verlieren. Bei so viel Boshaftigkeit muss wohl selbst Luzifer schlucken. Wieso es Waxx zu einem der renommiertesten Literaturkritiker der USA schafft, obwohl er scheinbar nicht einen einfachen Hauptsatz gerade aufs Papier bekommt, sein Satzbau &#8222;gar nicht gut&#8220; ist, und es in seinen Kritiken vor inhaltlichen Fehlern nur so wimmelt, wird das Buch über nallerdings nicht klar. Das ist bei Koontz aber auch egal. An einer Stelle des Buchs heißt es: &#8222;In Romanen wirken Zufälle nur selten glaubhaft, aber im Gewebe der Realität stellen sie einen wichtigen Faden da.&#8220; Man muss sich Koontz also als einen Realisten vorstellen, anders ist es nicht zu erklären, wie selbstverständlich er den Zufall zur Hilfe nimmt, um seine Helden aus einer schier unausweichlichen Lage entwischen zu lassen. Folgerichtig wird das sowieso völlig diffuse Grande Finale von &#8222;Blindwütig&#8220; mittels Deus-ex-machina aufgelöst.</p>
<p>Der Leser bleibt unbefriedigt zurück. Ein Dean Koontz kennt keine Skrupel und haut in seine Bücher, was er zwischen die Finger bekommt. Der Erfolg mag ihm Recht geben, circa 17 Millionen verkaufte Bücher pro Jahr sprechen eine klare Sprache. Nichtsdestotrotz platzt &#8222;Blindwütig&#8220; schon aus allen Nähten vor lauter Ideen, die größtenteils unnötig und vor allem unglaubwürdig sind. Wo fängt man an? Bei der Zeichnung der Figuren? Bei dem völlig aus dem Ruder laufenden Plot? Oder bei den absolut irrsinnigen Beweggründen der Agency? Hätte der Autor des Buchs sich daran gehalten, von Anfang bis Ende einen Psychothriller durchzuziehen, wäre mit Sicherheit ein spannender und kurzweiliger Roman dabei herausgekommen. So lässt &#8222;Blindwütig&#8220; einen nur sprach- und fassungslos zurück.</p>
<p><em>Details zum Buch:<br />
Dean Koontz: &#8222;Blindwütig&#8220;, Roman, 432 Seiten, Heyne, ISBN-13: 978-3-453-26654-4, 19,99 Euro</em></p>
<p><em></em>(Photo: Pressephoto)<em></em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/apiskapituliert.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/apiskapituliert.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/apiskapituliert.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/apiskapituliert.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/apiskapituliert.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/apiskapituliert.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/apiskapituliert.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/apiskapituliert.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/apiskapituliert.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/apiskapituliert.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/apiskapituliert.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/apiskapituliert.wordpress.com/276/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/apiskapituliert.wordpress.com/276/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/apiskapituliert.wordpress.com/276/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=apiskapituliert.wordpress.com&amp;blog=6490229&amp;post=276&amp;subd=apiskapituliert&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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