No sleep till…

„DIE HAT DOCH ’N KNALL!“
Dazu ein Lachen wie ein betrunkener Pelikan.
„ECHT, DIE HAT NICHT MEHR ALLE TASSEN IM SCHRANK!“
Und wieder dieses Lachen. Ich bin noch nicht wach, aber richtig schlafen tu ich auch nicht mehr. WHROOOOM! Eine schwere Maschine wird von einem Auto geladen.
„DANN LASS UNS DAS MAL AUFREISSEN!“
Noch ein wenig Lärm, dann versacke ich wieder in meinem Tiefschlaf.
„DAS IST ECHT MAL EIN DICKES DING!“
Das unverkennbare Lachen reißt mich wieder zurück, zurück an den Grenzbereich zwischen Wachzustand und Schlaf. Ich gebe ein undeutliches Geräusch von mir und drehe mich auf die andere Seite, klammer mich an das schöne schummrige Schwarz und weigere mich auf das grelle Licht, das durchs Fenster herein scheint, zuzugehen. Aber die Stimme lässt mir keine Ruhe.
„KÖNN’ WA?“
Ein leises Gemurmel zur Antwort, vorerst bleibe ich von diesem grausigen Lachen verschont. Ein leises und stetiges Poltern lässt mich ein weiteres Mal wegdämmern, dann kommt das rhythmische Klopfen eines Presslufthammers hinzu. Ich drehe mich zurück auf die andere Seite, öffne meine Augen einen Mikrospalt, verziehe meine Mundwinkel zu einem Lächeln und gleite in einen Traum, durch den sich das dröhnendes WUMM-WUMM des Presslufthammers im Viervierteltakt zieht.
„DAS GLAUB ICH NUN JA NICHT!“
Wieder das Lachen. Und gleich noch einmal. Augenblicklich bin ich wach, reiße meine Augen auf und sofort rollt sich das Licht wie ein Igel auf meiner Netzhaut zusammen. Ich beiße mir auf die Zunge, befreie mich von der Decke, stolpere aus dem Bett, links, rechts, und fast in den Schreibtisch, brumme einen Fluch, finde meine Brille und schaue aus dem Fenster. Draußen reißen sie gerade den Gehweg auf, dann wieder das Lachen, ein kräftiger junger Mann mit kurz geschorenen Haaren und einem etwas dümmlichen Gesicht legt den Kopf in den Nacken und lacht.
„JETZT ABER!“
Sein Kollege sagt ein paar Worte, aber sie sind nicht zu hören, da der Lärm des Presslufthammers sie verschluckt. Der Mann mit den kurz geschorenen Haaren lacht noch einmal und schaut seinem Kollegen zu, wie er den Boden mit dem Presslufthammer bearbeitet. Auf der anderen Seite hebt ein dritter Mann die Steinplatten des Gehwegs an und stapelt sie gegen einen Pfeiler. Ich schließe die Augen, aber als ich sie öffne, sind sie immer noch da – natürlich. Der lachende Mann wechselt die Straßenseite, lacht dabei unaufhörlich weiter und schaut nun dem anderen beim Arbeiten zu.
„DAS IST EIN DING, ECHT EIN DICKES DING!“
Er brüllt und lacht, alles, was er sagt, scheint völlig sinn- und zusammenhangslos sein. Was mich am meisten irritiert, ist, dass sein Gelache und Gerede mit Leichtigkeit den Lärm der Bauarbeiten übertönt. Meine Augen brennen immer noch vom Licht, der Mann und der Lärm sind einfach nicht im selben Takt, also schließe ich das Fenster, wühle mich unter meine Decke und vergrabe den Kopf unter dem Kissen, bis der verbrauchte Sauerstoff im Zimmer mich zurück in die Dämmerung mitnimmt …

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Kategorien: Menschen haben keine Ahnung, Momentaufnahme, My reflection, dirty mirror | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „No sleep till…

  1. Ein wenig Eigenwerbung, die Hoffnung auf die baldige Wiederaufnahme in deine Blogroll und die Information, dass du auf meinem längst verschollenen Blog nach einem Äonen von Jahren anmutenden Zeitraum zur Abwechslung auch einmal wieder etwas von mir lesen kannst.
    Hier der Link: http://monkeyboy87.wordpress.com/
    Und in Kavkas Worten: Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

  2. Mit Eigenwerbung landet man ganz schnell mal im Spamfilter (dank WordPress), aber mit einem Klick ist man da ebenso schnell wieder draußen. Schön, dass du mal wieder was bloggst, Link wird natürlich aufgenommen. Bitte so weitermachen. 😉

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